Foto © Uschi Dreiucker/pixelio.de; Alle Rechte vorbehalten
Wolfgang Amadeus Mozart - Die Zauberflöte
Oper in zwei Aufzügen
So kurzweilig und rasch Mozarts beliebte Oper von 1791 auch voranschreitet – die Handlung ist verzwickt und
nicht in wenigen, kurzen Sätzen zusammenzufassen. So braucht es doch ziemlich viel Geduld beim Lesen der Inhaltsangabe. Das ist sozusagen die „Prüfung“, die Mozart seinem Zuhörer auferlegt, wenn er verstehen will, worum es in der „Zauberflöte“, Mozarts „großer, deutscher Oper“ geht...
Vor der Handlung:
Paminas Vater stirbt.
Mit diesem Schlag endet auch die totalitäre Macht seiner Gattin, der Königin der Nacht.
Denn Paminas Vater hatte kurz vor seinem Ende das Herrscher-Insignium, den „siebenfachen Sonnenkreis“
einer Gruppe Auserwählter übergeben – den „Eingeweihten“.
Ein gewisser Sarastro verwaltet nun das Erbe des verstorbenen Sonnenkönigs, allerdings ist die Königin der
Nacht keineswegs mit diesem Machtwechsel einverstanden. Als aufmüpferische Witwe weigert sie sich,
die Führung des Herrenclubs zu akzeptieren und plant, zusammen mit ihrer Tochter Pamina, den Bund der Eingeweihten und Saratros Macht zu zerschlagen. Ihr Ziel: den siebenfachen Sonnenkreis zurückerobern
und die Macht wiedererlangen. Aber Sarastro kommt ihr zuvor und entführt Pamina, die eigentliche Erbin des Sonnenkönigs.
Die eigentliche Handlung:
1. Aufzug
1. Szene
Wir begegnen dem Prinzen Tamino. Ihn hat die Königin der Nacht auserkoren (warum auch immer),
um ihre Tochter Pamina aus den Fängen des ach so grausamen Sarastro zu befreien.
Und schon legt die Königin los und wirft ihr Intrigennetz aus: eine Reisenschlange greift den eher
ahnungslosen, und anfangs noch nicht sehr tapferen Prinzen in einer ihm fremden Felsenlandschaft an
(„Zu Hilfe! Zu Hilfe! Sonst bin ich verloren“). Aber die Königin der Nacht will ihm ja nichts schlimmes,
ergo lässt sie ihn großmütig retten: Drei Damen sind zur Stelle um den jungen, verängstigten Prinzen aus
der Misere zu helfen. So fällt Tamino auch prompt erstmal in Ohnmacht und die drei Damen können ihn weisungsgemäß retten und die Schlange erledigen – und den hübschen Prinzen gebührend anschmachten.
Bei allem Feminismus im Palaste der Königin ist man schließlich ja trotzdem immer noch Frau!
Tamino erwacht, die Schlange vor seinen Füßen findend, die drei Damen entschwunden.
Dafür tritt ein neues Curiosum auf: Der Vogelhändler Papageno. Er singt die erste berühmte Arie der
Oper („Der Vogelfänger bin ich ja..“) und benimmt sich recht drollig, was den Charakter Papageno
erstens bei Kindern sehr beliebt macht und zweitens dem Prinzen klar macht, dass er sich verlaufen haben muss. Andere Länder, andere Sitten. Als Tamino vermutet, Papageno habe die Schlange besiegt, widerspricht der Vogelhändler nicht und wirft sich prahlerisch in die Brust. Dafür bestrafen ihn die drei Damen, die sich
bis jetzt im Hintergrund herumgedrückt haben. Statt dem Lohn, den Papageno als Vogelfänger der Königin
erwarten dürfte, erhält er Wasser und einen Stein, der Mund wird ihm mit einem goldenen Schloss verschlossen.
Sie überreichen Tamino ein Bildnis der bezaubernden Pamina, und wie es in der Oper üblich ist: Tamino
verliebt sich sofort und unsterblich („Dies Bildnis ist so bezaubernd schön“).
2.Szene
Die drei Damen richten Tamino aus, dass die Königin der Nacht entzückt von „seiner“ Idee sei, Pamina zu retten.
Das Gebirge teilt sich und gibt den Blick frei auf die Gemächer der Königin, die noch einmal ihre Bitte bekräftigt: Tamino möge ihre Tochter aaus den Klauen des Dämon Sarastro erretten. Sollte ihm das gelingen, dürfe er
Pamina anschließend ehelichen.
3.Szene
Die drei Damen befreien Papageno von seinem magischen Mundschloß – aber nur gegen das Versprechen,
er werde nie wieder lügen und nebenbei auch noch Tamino bei seiner Prinzessinen-Rettung helfen. Zum
Gelingen der Mission erhält der Vogelfänger ein silbernes Glockenspiel und Tamino eine Zauberflöte.
Beide Zauber-Instrumente sollen vor Gefahr schützen und Böses zum Guten verwandeln, wenn man darauf spiele.
Es schweben drei Knaben vom Himmel und wiesen den beiden semi-tapferen Recken den Weg in Sarastros Reich.
4. Szene
In Sarastros Reich vertreiben sich drei Sklaven die Zeit mir „Gossip“. Ihr Meister und Peiniger, der
Oberaufseher Monostatos hat den Befehl des Chefs, Sarastro, nicht umsetzen können:
Zwar war es Monostatos gelungen, Pamina zu entführen, nun ist sie ihm aber wieder entwischt.
Die Sklaven freuen sich auf die zwangsläufig folgende Bestrafung des Monostatos. Auftritt Monostatos mit donnernder Stimme („Du feines Täubchen, nur herein“): Er hat die Flüchtige wieder eingefangen.
Er lässt sie fesseln, unberührt von ihrem Flehen, allerdings fühlt sich der schmierige Kerl im Grunde
seines Herzens zur Prinzessin hingezogen. Alleine mit ihr bedrängt er sie aufs Heftigste. Da erscheint
Papageno und rettet Pamina aus der misslichen Lage: Beide, Vogelhändler und Oberaufseher halten sich
gegenseitig für den leibhaftigen Teufel. Sie rennen voreinander weg, während Pamina herzhaft in
Ohnmacht fällt. Das alles ist zuviel für ein zartes Prinzessinnen-Gemüt.
Als sie wieder zu sich kommt, ist Papageno zurückgekehrt, vergleicht Taminos Bildnis mit der jungen Dame und erzählt ihr, nun da er weiß, dass er die Prinzessin vor sich hat, von Tamino und seiner königlichen
Rettungs-Mission, und dass der Prinz sich bereits unsterblich in die Gefangene verliebt habe. Pamina, ganz Prinzessin, ist entzückt und beschließt, mit Papageno zu fliehen. Erst singen sie und der Vogelmann
aber noch von ihren sehnsüchten. Tamina denkt an ihren Retter Tamino, Papageno träumt von einer Papagena.
5.Szene
Wir sehen einen prächtigen Tempel, auf dem die Inschrift zu lesen ist:
„Tempel der Weisheit“. Rechts daneben ein „Tempel der Vernunft“, links
der „Tempel der Natur“.
Die drei Knaben haben Tamino zu Sarastros Allerheiligstem geführt und ermahnen ihn eindringlich,
von nun an standhaft aber vor allem schweigsam zu sein. Nur dann könne die Rettung gelingen.
Alleine gelassen, versucht Tamino einen Eingang in einen der drei Tempel zu finden, Weisheit ,
Vernunft oder Natur. Aus den ersten zwei Türen, die er probiert, schallt ihm ein lautes „Zurück!“ entgegen.
Als er sich an der Pforte des Weisheitstempels probiert, verstellt ihm ihm ein alter Priester den Weg.
Man nterhält sich, Tamino berichtet von seine Rettungsmission, aber der Priester erklärt, dass Sarastro
keineswegs ein Bösewicht sei, und Tamino nur von einem Weib verblendet wurde.
Auf Taminos Frage, wie er der Prinz, denn nun Pamina retten könne, erklärt der Priester: „Sobald dich
führt der Freundschaft Hand ins Heiligtum zum ew'gen Band“. Daraufhin entschwindet er.
Tamino, immer noch allein und nun auch noch ziemlich ratlos, spielt auf seiner Zauberflöte. Auf ihr
magisches Lied hin, trollen sich wilde, gefährliche Tiere plötzlich zahm zu ihm. Nur Pamina erscheint leider nicht.
Papageno hat das Lied der Zauberflöte gehört und antwortet seinerseits aus weiter Ferne mit seiner Vogelfängerflöte. Tamino freut sich, er deutet die Melodie so, dass Papageno die Prinzessin bereits
gefunden habe und sie beide auf dem Weg zu ihm seien. Er läuft ihnen entgegen, verfehlt sie jedoch.
Es ist frustrierend.
6.Szene
Währenddessen werden die Flüchtigen, Pamina und Papageno, von Monostatos und seinen Sklaven eingeholt.
Aber das magische Glockenspiel verhilft ihnen wieder zur Flucht: als Papageno das Glockenspiel läutet,
werden Monostatos samt gefolge plötzlich lustig und tanzen davon. Aber da erscheint von Posaunen begleitet
der mächtige Sarastro. Sein Auftritt vereitelt die Flucht.
Pamina wirft sich dem als Oberpriester gekleideten Sarastro zu Füßen und bettelt um ihre Freilassung.
Sie fürchtet, dass Sarastro plane, sie zur Frau zu nehmen. Der Mächtige antwortet ihr freundlich aber bestimmt, dass ihr die Freiheit nicht zustehe. Außerdem wisse er, dass Pamina einen anderen liebe, Tamino.
Monostatos führt nun auch noch genau diesen in den Saal, und nun ist es endlich soweit: Prinz und Prinzessin stehen sich zum ersten Mal live gegenüber.
Sarastro lässt Tamino und Papageno in den sogenannten Prüfungstempel abführen.
-
2.Aufzug
Sarastros Priester marschieren ein („O Isis und Osiris“).
Nun verkündet der Oberpriester seinen Plan: er will, dass Tamino und Pamina heiraten.
Nur deshalb liess er die Prinzessin aus der Obhut der Königin der Nacht reißen. Denn die Mutter habe vor,
den Tempel zu zerstören. Tamino solle als Priester geweiht werden. Davor aber müsse der junge Prinz
die durchaus gefährliche Aufnahmeprüfung in den gebildeten Herrenclub bestehen. Sollte er diese nicht meistern, sei er dem Tode geweiht. Die Priester sind misstrauisch ob Tamino es wert sei, aufgenommen zu werden,
aber Sarastro setzt sich für seinen Schützling ein: „Er besitzt Tugend? – Tugend! – Auch Verschwiegenheit? – Verschwiegenheit. – Ist wohltätig? – Wohltätig!“
Also stimmen die Priester ab und für taminos Prüfung. Sarastro dankt ihnen „im Namen der Menschheit“. Zuversichtlich gibt er den Befehl, Tamino und Papageno den Prüfungen zu unterziehen – Papageno auch?
Nun ja: mitgehangen, mitgefangen... Dem Prinzen und dem Vogelhändler werden ein strengstes
Schweigegebot auferlegt.
2.Szene
Tamino und Papageno werden zur ersten Prüfung gebracht. Kurz der Hinweis, dass es noch nicht zu spät ist, umzukehren, aber der Prinz ist fest entschlossen. Er bekräftigt dies dreimal und man einigt sich mit einem Gentleman-liken Handschlag. Der ansgterfüllte Papageno dagegen würde am liebsten umdrehen,
weglaufen und einfach nur Vogelhändler bleiben. Aber er beschließt durchzuhalten, denn – so erfährt er –
Sarastro habe eine Papagena für ihn, die ihm gleiche und sein Liebessehnen befriedigen werde.
Für die zweite Prüfung dürfe Papageno seine Papagena sehen, aber nicht mit ihr sprechen. Auch Tamino
dürfe Pamina treffen, aber auch hier – ohne ein Wort zu sagen!
Da erscheinen die drei Damen der Königin der Nacht, um die beiden Männer zu überzeugen, dass sie an
dieser schweren Prüfung scheitern werden. Sie erinnern Tamino daran, dass er der Königin ein versprechen
gegeben hat und berichten, dass die Königin der Nacht persönlich in den Tempel eingedrungen ist,
um die Sachlage final zu klären, notfalls mit Gewalt.
Tamino bleibt unbeeindruckt. Papageno hingegen lässt sich mächtig Angst einjagen. Da erscheinen die Priester und verwünschen die drei Damen in die Hölle. Unter Wehklagen versinken sie, Papageno fällt in Ohnmacht.
3. Szene
Pamina liegt in einem Garten und schläft. Der schmierige Monostatos will die gelegnehit ergreifen und die Prinzessin heimlich küssen – da erscheint die Königin der Nacht in einem fulminanten Auftritt und
verscheucht den Fummler. EPamina erwacht von dem getöse und eilt freudig auf ihre Mutter zu, um diese
in die Arme zu schließen. Die Königin der Nacht weist sie jedoch zurück. Sie könne Pamina nicht mehr
helfen. Tamino ist im Begriffe, sich den Eingeweihten anzuschließen, nun bleibe nur noch ein Ausweg:
Die Königin überreicht ihrer Tochter einen Dolch. Pamina müsse Sarastro erstechen, sonst verstoße
die Mutter sie („Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen!). durch diesen Mord, so plant die Königin,
werde sie den siebenfachen Sonnenkreis zurückerhalten.
Monostatos hat das Gespräch belauscht und versucht Pamina anschließend zur Liebe zu erpressen.
Da tritt Sarastro auf. Monostatos fühlt sich ertappt und berichtet Sarastro vom geplanten Mordanschlag.
Der jedoch schickt ihn ungerührt weg und beruhigt Pamina: „In diesen heil’gen Hallen kennt man die
Rache nicht.“ Er erklärt der Prinzessin, dass nicht Rache, sondern Verständnis und Verzeihen das Handeln der Menschen bestimmen soll.
der ein ums andere Mal gedemütigte Mohr Monostatos beschließt, die Seiten zu wechseln und sich der
Königin der Nacht anzuschließen.
4.Szene
Tamino und Papageno werden kurz vor ihrer Prüfung noch einmal ermahnt, strenges Schweigen zu
bewahren. Papageno versucht, den Prinzen zum Sprechen zu animieren, der jedoch bleibt standhaft.
Da nähert sich ein überaus hässliches, verschrumpeltes Weib und verführt Papageno zum Sprechen.
Sie erklärt, sie sei gerade mal 18 Jahre alt und nun Papagenos Geliebte. Na herzlichen Glückwunsch,
denkt sich der Vogelhändler und fragt sie nach ihrem Namen. Nochmal: er fragt, also spricht er!
Da verschwindet sie unter Donner und blitzen. Von der Angst überrollt, gelobt Papageno,
von nun an wirklich kein Wort mehr zu sagen. Die drei Knaben erscheinen und bringen Speis, Trank,
Zauberflöte und magisches Glockenspiel. Papageno langt ordentlich zu, Tamino spielt auf seiner Flöte –
und dieses mal wirkt der Zauber: Pamina erscheint. Allerdings ist sie wenig angetan von des Prinzen
strikter Schweigsamkeit. Sie folgert, die Liebe des Prinzen verloren zu haben... und wendet sich ab.
Prinz und Vogelhändler werden von Posaunenklang zur nächsten Prüfung gerufen.
5.Szene
Die Priester feiern Taminos Tugend, Sarastro seine Standhaftigkeit. Nun habe er aber noch eine
schwere Prüfung zu bestehen! Sarastro lässt Pamina kommen um Tamino Mut zuzusprechen.
Prinz und Prinzessin trennen sich unglücklich.
Papageno hat ja derweil die Prüfung nicht bestanden, wird aber begnadigt. Keine göttliche Strafe
treffe ihn, er verliere nur die Einweihungswürde. Ha, das stimmt Papageno zufrieden und er
begießt sein Glück mit einem Glas Wein. Angeschickert spielt er auf seinem Glockenspiel
(„Ein Mädchen oder Weibchen wünscht Papageno sich“), und lockt damit ein zweites Mal das
hässliche Weib hervor. Sie droht Papageno mit ewiger Kerker-Haft, sollte er sie nicht zur Ehefrau nehmen.
Also schwört der Vogelhändler ewige Treue – zumindest solange er keine Schönere träfe.
Da schmilzt alle Hässlichkeit der Alten und offenbart ein schönes, junges Ding. Papageno erkennt sie als
die ihm versprochene, wunderbare Papagena! Aber, die Belohnung steht dem Vogelhändler nicht zu,
er hat die Prüfung nicht bestanden, ist folglich unwürdig, und wird von den Priestern von seiner
Papagena getrennt. In seiner Empörung wettert der aufgebrachte Vogelhändler auf die Priester
und wird vom Erdboden verschlungen.
6.Szene
Wieder erscheinen die drei Knaben. Gutes Timing, denn Pamina will sich aus enttäuschter Liebe –
wir erinnern uns: Tamino spricht ja nicht mehr mit ihr – mit dem Dolch, den sie von ihrer Mutter bekommen hat, töten. Die drei Knaben verhindern das mit Gewalt und überzeugen sie: doch, doch, Tamino liebt sie!
7.Szene
Tamino steht vor seiner dritten und letzten Prüfung. Der Testaufbau: er soll zwei finstere Berge
durchschreiten, in einem lodert das Feuer, in dem anderen tobt das Wasser. So sei es.
Doch da betritt Pamina die Szene. Dem Paar wird erlaubt, die Prüfung gemeinsam zu begehen und zu sprechen.
Die Prinzessin rät an, auf dem Weg durch die Elemente die Zauberflöte zu spielen – und so beschreiten
die beiden die Schreckenspforten erfolgreich:
„Triumph, Triumph! du edles Paar! Besieget hast Du die Gefahr!“
8.Szene
Papageno wird aus dem Tempel entlassen, will sich aber aus Verzweiflung das Leben nehmen und erhängen.
Wieder sind es die drei Knaben, die in letzter Sekunde intervenieren. Sie raten ihm, noch einmal sein
Glockenspiel erklingen zu lassen. Da erscheint Papagena auf der Bildfläche und die beiden fallen sich
überglücklich in die Arme.
9. Szene
Die Königin der Nacht unternimmt einen finalen Anlauf, ihr Erbe zu sichern. Mit ihrer Entourage –
den drei Damen und dem neuen Verbündeten, Monostatos – will sie Sarastro stürzen.
Als Gegenleistung verspricht sie Monostatos ihre Tochter Pamina zur Frau. Es siegt aber der Sarastro.
Die Verschwörerbande wird zerschmettert, sie stürzen in ewige Nacht.
Unter Jubel feiern Tamino und seine Pamina ihre Liebe und es wird verkündet: Es siegte die Stärke und
krönet zum Lohn die Schönheit und Weisheit mit ewiger Kron!
Anmerkung:
Die Zauberflöte ist nicht nur Mozarts erfolgreichste Opernkomposition, sonder das vielleicht
meistgespielte Stück der Opernliteratur überhaupt. Dieser Riesen-Erfolg stellte sich sogar, und das ist außerordentlich, direkt nach der Uraufführung in Wien 1971 ein: Schon im November 1792, also
14 Monate nach der Premiere, verkündigte der Texter der Oper, Emanuel Schikaneder, die hundertste
Aufführung des Stückes. Eine Sensation! Goethe liess als Intendant in Weimar die Oper sage und
schreibe 82 mal aufführen, und plante sogar einen zweiten Teil – fand dafür aber nach Mozarts Tod
keinen geeigneten Komponisten.
Einen großen Teil des frühen Erfolgs kommt dabei sicherlich dem Texter, Schikaneder, zugute:
Mozart kannte ihn aus Salzburg, wo er 1780 mit seiner Wandertruppe den Hamlet aufgeführt hatte.
Später wurden die beiden Logenbrüder der berühmt-berüchtigten „Freimaurer“. Sein abenteuerliches
Libretto, das stark märchenhaften Bezug hat, erzählt von Flugwerken (die drei Knaben),
Zauberkünsten, magischen Musikinstrumenten und wilden Tieren wie Löwen oder einer Schlange.
Das Ganze abgerundet durch ein exotisches Ambiente: Tamino wird als „japonischer“ Prinz
beschrieben, Pamina lebt bei Sarastro in einem prächtigen ägyptischen Zimmer, die Priesterversammlung
findet in einem Palmenwald statt und der Tempel der Weisheit ist ein pyramidenartiges Bauwerk.
Dies erklärt den Zauber der Oper: Kinder wie Erwachsene lieben diese fantastische Welt.
Aber es lässt sich auch ein tieferer Sinn in der Zauberflöte finden: die Grundideen der Freimaurer.
Diesem Geheimbund, der die Reformideen Josephs II. weiter trug, gehörten neben Mozart und
Schikaneder selbst, auch Mozarts Vater Leopold an sowie der berühmte Komponist Joseph Haydn.
In der Zauberflöte dreht sich alles um das Gedankengut der Freimaurer: Die achtzehn Eingeweihten
entsprechen den Logenbrüdern, Sarastro verkörpert den „Meister des Stuhles“. Tamino beginnt
sein Abenteuer im Dunklen unter Sternen, im Reich der Königin der Nacht, und endet als Eingeweihter
im Reich der Sonne. er geht also vom dunkel ins Licht – wie es das Einweihungsritual der Freimaurer vorschreibt.
Ein weiteres, starkes Freimaurer-Symbol in der Oper ist die Zahl Drei.
Im Geheimbund steht die Zahl für das sich offenbarende Göttliche, in der Oper basiert alles auf eben dieser Nummerologie: drei Knaben, drei Damen, drei Tempel, drei Prüfungen des Tamino. Auch musikalisch –
die Ouvertüre beginnt mit drei Akkorden, das Allegro-Thema besteht aus dreimal zwei repetierten Noten.
Der dreimalige Akkord ertönt auch nach den drei Eigenchaften Taminos, die Sarastro rühmt: Tugend. Verschwiegenheit. Wohltätigkeit. Einziger Bruch Mozarts mit der Thematik der Loge stellt die Pamina dar:
Während der Geheimbund ausschließlich aus Männern bestand, wird in der Oper die Prinzessin ebenfalls
durch die Feuer- und Wasserprobe geführt. Mozart stellt hier offenbar die reine, wahre Liebe höher als die Richtlinien der Freimaurer. Und im Schlusschor notierte er sogar weibliche stimmen, die streng genommen
nach Freimaurer-Vorstellungen nicht vorkommen dürften. Hier offenbart sich eine Vision Mozarts:
die Welt in der Männer und Frauen als Gleichberechtigte erscheinen. Ein sehr humanistischer Ansatz, der
sicherlich zum Erfolg des Werkes beigetragen hat!
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Lesen Sie hier (Einfach auf den Link klicken):
Tipps der „OPERA BAVARIAE“-Redaktion:
DIE MÜNCHNER INSZENIERUNG
Die beste Einspielung:
Wolfgang Sawallisch &
Edda Moser als Königin der Nacht, Rothenberger,
Schreier, Moll und Berry
... oder natürlich erhältlich in der weltbesten Klassik-Abteilung, bei Ludwig Beck am Rathaus !
Kleine Anmerkung:
Die beste Königin der Nacht aller Zeiten
... ist unserer Meinung nach Edda Moser.
Und wir sind nicht alleine mit dieser Auffassung: Herbert von Karajan holte Frau Moser als die
sternflammende Königin an die New Yorker MET, wo sie in dieser Rolle einen fulminanten
Einstand feierte.
Ihre Interpretation der Rolle ging nicht nur wortwörtlich um die Welt, sondern verließ
unsere Welt sogar. Als 1977 die interstellare Raumsonde Voyager 2 gestartet wurde,
befand sich an Bord eine der zwei sogenannten „Voyager Golden Records“: Datenplatten
mit Audio- und Bild-Dateien, die ins All geschossen wurden, um eine Botschaft von der
Erde zu übermitteln. Sollte jemals eine außerirdische Intelligenz die Raumsonde finden, sollten
sie erstens die exakte Position der Erde erfahren und zweitens sich ein Bild unserer Kultur
machen können. Und auf eben dieser Voyager Golden record befindet sich Edda Mosers
„Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ als Audiodatei – und bereist die Weiten des Alls
für die nächsten geschätzten 500 Millionen Jahre. Was für ein Vermächtnis!
Die beste Verfilmung:
Everdings Inszenierung von 1978 für die
Münchner Staatsoper (Deutsche Grammophon)
– Eben die, die es noch immer in München zu bewundern gibt –
Mit Francisco Araiza, Lucia Popp, Edita Gruberova und
Wolfgang Brendel – unter Wolfgang Sawallisch
Hier der Link zu Amazon: DVD

