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Jacques Offenbach
Les Contes d’Hoffmann (= Hoffmann’s Erzählungen)


Opéra-fantastique in 5 Akten




Inhaltsangabe:

Wie der Name es schon sagt, dreht sich die Oper um die Erzählungen

eines gewissen Hoffmann. Was? Wer?

E.T.A. Hoffmann war ein deutsches Universalgenie (1776 – 1822): 

Allem voran war er ein wichtiger Schriftsteller der deutschen Romantik,

nebenher aber auch Kammergerichtsrat, Komponist, Kappelmeister,

Kritiker und Karrikaturist. Ein Tausendsassa. Wolfgang Goethe verachtete ihn als

Trivialautor, denn seine – damals durchaus sehr beliebten – Geschichten

sind eigentlich Märchen und Schauergeschichten, die sich um groteske Fantasien drehen,

in denen gruselige Gestalten ihr Unwesen treiben: Doppelgänger, Säufer, Bettler,

Alchimisten und Mörder. So erwarb sich Hoffmann den Spitznamen des „Gespenster-Hoffmann“.

Er selber nannte sich „E.T.A. Hoffmann“, hieß eigentlich aber Ernst Theodor Wilhelm –

das A gönnte sich Hoffmann als Hommage an den von ihm verherten Amadeus Mozart.

Nun, an Hoffmanns Gemüt schieden sich die Geister: Wie gesagt, Goethe konnte das hagere

Männchen aus Königsberg nicht leiden, Hegel ebenso. Jean Paul hegte zumindest eine

deutliche Ablehnung. Ganz anders im Ausland: Hier feierte Hoffmann große Erfolge. Dostojewski,

Edgar Allen Poe und Baudelaire verehrten ihn. Und die Welt der Musik, sie liebte ihn!

Robert Schumann komponierte seine „Kreisleriana“ (op.16) nach Hoffmanns Erzählung vom

Kapellmeister Kreisler. Beethoven  schrieb ihm glühende Briefe der Bewunderung.

Und sogar Richard Wagner gehörte zur Hoffmann-Fangemeinde: In den „Meistersingern von Nürnberg“

finden wir Hoffmanns Geschichte vom Küfermeister Martin wieder...

Und dann wäre da eben noch jener kauzige Komponist: Jacques Offenbach!
„Hoffmanns Erzählungen“ ist das letzte (unvollendete) Werk des deutsch-französischen Musikus,

der als Erfinder der Operette gilt (opérette = kleine Oper) – immerhin stammt aus seiner

leider viel zu unbekannten, aber großartigen Operette „Orpheus in der Unterwelt“ der

weltberühmte Cancan („Galop Infernal“). Offenbachs Ruhm im französischen Lande begann

1870 nach vielen erfolgreichen Operetten zu verblassen, als der deutsch-französische

Krieg ausbrach. Das Publikum verübelte ihm seine deutschen Wurzeln. Nach schweren finanziellen

Rückschlägen und Auslandsreisen (die man auch als Flucht interpretieren könnte),

setzte sich Offenbach 1877 an sein letztes großes Werk: Hoffmanns Erzählungen.

Den unglaublichen Triumphzug dieser gruselig-komischen Oper erlebte der Komponist nicht mehr –

heute gilt sein „Hoffmann“ als meisgespielte französische Oper neben Bizets Carmen.


Aber worum geh es denn nun in Hoffmanns Erzählungen eigentlich?


1. Akt +++ Rahmenhandlung +++

Wir lernen den Schriftsteller – stark angetrunken – gleich im ersten Akt persönlich kennen.
Er feiert mit Freunden ein Trinkgelage und ist in Gedanken doch ganz bei einer Frau,

seiner großen Liebe Stella. Aber, wie das bei betrunkenen Schriftstellern wohl normal ist,
triftet er in Gedanken ab zu den Frauen, die er früher einmal geliebt hat. Diese wären:
Eine mechanische Puppe, eine vom Tod bedrohte, kränkelnde Künstlerseele und eine arg
professionelle Prostituierte.  Drei völlig verschiedene Frauentypen, die im Grunde
exakt die drei Varainten der weiblichen Natur widergeben: die Seelenlos-Mechanische,
die Sensible, die Dominante.

Und Hoffmann nimmt seine Trinkfreunde – und das Publikum –
mit auf eine Reise durch seine Vergangenheit: In seinen drei Erzählungen (daher der Name der Oper)
begleiten wir den Romancier auf seiner Suche nach der großen Liebe, die ihm doch immer
wieder unter den Fingern zerbrechen muss.
Das Ganze kräftig gewürzt mit allem, was die berühmten Geschichten des echten
E.T.A. Hoffmann so beliebt gemacht hat: mal skurril, mal witzig, mal gespenstisch.
Die anheimelnde, bequeme Welt des deutschen Bürgers wird von Dämonen,
Zauberern und Fantasiewesen heimgesucht. Dabei bleibt – in der vorliegenden Oper wie
in Hoffmanns echten, literarischen Erzählungen – oft undeutlich, ob die Geschehnisse
real sind oder nur im Kopf der Protagonisten stattfinden.

Aber der Reihe nach...


Kehren wir also zum Anfang der Oper zurück, in Hoffmanns Stammkneipe, dem
Berliner „Lutter & Wegner“ (Das Lokal gab es übrigens wirklich, seit 1811 in der
Charlottenstraße 49 – und es war tatsächlich im echten Leben die Stammkneipe
des Schriftstellers Hoffmann und seiner Kumpel).


Die Figur des Hoffmann steckt, als wir ihn treffen, bereits seit einiger Zeit
in der Schaffenskrise. Schreibblockade würde man heute sagen. Seit seiner Affäre mit der
schönen Stella will ihm kein Wort mehr aus der Feder fließen. An Hoffmanns Seite ist
seine „Muse“, Niklaus. Sie versucht alles, um dem Schriftsteller seine Inspiration zurückzugeben
und ihn vom Alkohol wegzukriegen.

Unter anderem fährt sie den unheimlichen
Stadtrat Lindorf vor, einen mysteriösen Geldprotzer und personifizierte Teufel, der wohl
ebenfalls um Stella buhlt. Während Hoffmann trinkt, tritt besagte Stella, die
hauptberuflich Sängerin ist, im nahe gelegenen Opernhaus als Donna Anna in
Mozarts „Don Giovanni“ auf...
Da trifft ein Bote ein, der Hoffmann einen Brief von Stella überbringen soll, inklusive Schlüssel zu

deren Garderobe – sie bittet um ein Stell-Dich-ein. Aber Lindorf fängt den Boten ab und kauft ihm Brief und Schlüssel ab.

Es naht die Hauptarie des Tenors: Die Saufkumpanen bitten Hoffmann, ein Lied zu singen,
die Geschichte vom „Klein Zack“ (aus dem Märchen „Klein Zaches“). Hoffmann singt
inbrünstig über das skurrile Männchen am Hof von Eisenach, wenn auch schwankend und
arg angetrunken... mitten in der Arie aber driftet er ab. Seine Gedanken fliegen zu
Stella und er gerät ins Schwärmen ob ihrer wunderbaren Figur und Schönheit.

Die Arie kippt ins Andante, die anwesenden betrunkenen Studenten können dem

Gedankensprung nicht folgen und holen Hoffmann zurück ins Hier und Jetzt.

Er beendet seine Arie, kommt aber aus der melancholischen stimmung nicht mehr heraus.

Und so beginnt Hoffmann zu erzählen, von den unglücklichen Liebschaften,

die er in der Vergangenheit erleben mußte...




2. Akt  +++ Olympia +++
Dieser Akt beruht auf Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“, die Leo Delibes übrigens
als Vorlage für sein Ballett „Coppélia – ou La Fille aux yeux d'émail (Das Mädchen mit den Glasaugen)“
benutzte.


Wir befinden uns im Labor des Chemikers und Alchimisten Spalanzani.

Irgendwo zwischen Magie und Technik ist der Spalanzani eine Art Daniel Düsentrieb der
Romantik: Er kann alles erfinden, was er sich nur ausdenken kann. Doch heute
dürfen wir miterleben, wie er seinen geladenen Gästen sein Lebenswerk, seinen größten
Triumph präsentiert: Eine mechanische Puppe, die wie lebendig wirkt – die wunderschöne Olympia.
Dazu kaufte er für ein mittleres Vermögen die letzte wichtige Zutat zu seinem Roboter,
täuschend echte Glasaugen, vom äußerst düsteren und geheimnisvollen Coppelius –
Coppelius ist das personifizierte Böse!

Hier offenbart sich der formale Leitfaden der gesamten Oper:
Ob in der Rahmenhandlung – im Lutter & Wegener – oder in den drei darin eingebetteten
Liebesgeschichten, es sind immer die drei gleichen Protagonisten, an denen die Handlung
aufgehängt wird... Hoffmann als Ich-Erzähler (Tenor), der böse, geheimnisvolle Teufel (Bass)
und die Frau (Sopran). Folgerichtig werden in der Oper die Bösewichte in allen Teilen der
Geschichte vom selben Sänger interpretiert, während alle geliebten Frauen, ob Stella oder
z.B. Olympia, (meistens) von der selben Sängerin gespielt werden.


Nun erleben wir also den bösen Mann (Jetzt heißt er Coppelius und handelt mit Glasaugen,
im ersten Akt war er noch der unheimliche Stadtrat Lindorf), der bei dem Erfinder Spalanzani
seine Bezahlung einfordert. Denn dieser hatte bisher für die Glasaugen nur einen
Wechsel ausgestellt und noch gar nicht bezahlt.


Coppelius und Hoffmann treffen im Labor aufeinander – und der böse Coppelius

verkauft dem Dichter eine magische Brille, durch die alles in euphorischem Licht erscheint.
Hoffmann trägt diese Brille auch, als Spalanzani dem staunenden Publikum seine
„Tochter“ Olympia präsentiert. Alle erkennen sofort das technische Meisterstück –
eine lebende Puppe! – nur Hoffmann, mit seiner rosaroten Brille auf der Nase erkennt den
Trick nicht und verliebt sich unsterblich in die schöne junge „Frau“...

Olympia trägt den entzückten Gästen auch noch ein Lied vor: „Les oiseaux dans la charmille“
(„Die Vögel im Laubengang“). Dieses ist nicht nur von recht simplenm Text (man könnte
auch dümmlich sagen), sondern wird auch nahezu mechanisch vorgetragen, Koloratur hoch,
Koloratur runter. Zwischendurch muss sie sogar neu „aufgezogen“ werden, wie es sich
für einen Automaten gehört. Doch Hoffmann sieht all das nicht. Er liebt sie halt.

Dass die Puppe auf seine Annäherungsversuche recht steif und wenig zugänglich reagiert,
geht ebenfalls an ihm vorbei.
Da kommt Coppelius wütend auf die Bühne gerast: Der Wechsel für die Glasaugen,
mit dem Spalanzani ihn zur Bank geschickt hatte, ist geplatzt! In seiner Raserei zerschlägt er

die Puooe Olympia – zum schieren Entsetzen des Hoffmann! Tief erschüttert flieht er vor
diesem Grauen, begleitet wie stets von seinem Freund, der Muse Niklaus...





3. Akt +++ Antonia +++
Vorlage war hier Hoffmanns Novelle „Der Rat Crespel“.


Wie bereits besprochen treffen wir in jedem Akt auf die gleichen Handelnden:
Der verliebte  Hoffmann, die Angebetete und der Bösewicht.
So auch in diesem Akt. Hoffmann liebt die Münchner Sängerin Antonia, Tochter des
Crespel. Ihre Mutter ist an einer seltenen und geheimnisvollen Krankheit
gestorben, die von Singen ausgelöst wird. Vater Crespel grämt sich vor Sorge,
seine Tochter – die das Singen liebt! – könnte nun das gleiche unheilvolle
Los ereilen. Aber aus Vernunft und mehr noch aus Liebe zu Hoffmann ist die
bereits leicht kränkelnde Antonia bereit, das Singen aufzugeben.

Da erscheint Doktor Mirakel. Er ist das ... personifizierte Böse (Jaja, schon gut,
wir haben es verstanden). Aber um ehrlich zu sein, in dieser Szene ist er
besonders diabolisch! Nachdem Hoffmann Antonia allein in ihren Gemächern
zurückgelassen hat, dringt er auf sie ein: Singe! Singe! Singe, wie Deine
Mutter es sich gewünscht hätte! Und tatsächlich löst sich aus dem Hintergrund
ein gespenstischer Schatten: Es ist Antonias Mutter, die aus dem Totenreich
zu ihrem Kind spricht und sie auffordert, den Gesang nicht aufzugeben.
(Musikalisch der spannendste und beängstigendste Moment der Oper, wenn Antonia,
Doktor Mirakel und das Gespenst zu dritt singen, gepeitscht vom wilden Orchester.
Herrlich!)

Schließlich bricht Antonias Widerstand, sie will singen, muss singen, setzt zu einem
hohen Triller an und ... geht zugrunde. Als der Vater die Szene betritt, findet er die im
Sterben liegende Antonia, die ihren letzten Atem aushaucht. Als Hoffmann ins
Zimmer zurückkehrt, ist sie bereits tot.  Wieder flieht er, von nacktem Entsetzen ergriffen...





4. Akt +++ Giulietta +++
Vorlage war hier eines von Hoffmanns Abenteuer aus einer Sylvesternacht:
„Die Geschichte vom verlorenen Spiegelbild“.


Die angebetete Frau in diesem Akt ist die Kurtisane Giulietta, die zu einer Feier in
ihrem venezianischen Palazzo geladen hat. Sie eröffnet den Akt mit Offenbachs
weltberühmten „Barcarole“: Belle nuit, oh nuit d’amour. Schöne Nacht der Liebe...
Barcarole sind eigentlich die Lieder der venezianischen Barken-/ oder Gondel- Fahrer.
Das Sujet ist also eindeutig gesetzt: Sündiges, opulentes Venedig!

Außer Hoffmann und seinem Musenfreund Niklaus betritt noch der obligatorische Bösewicht die Szene,
diesmal in der Figur des dämonischen stink-reichen Dapertutto. Seinem Geld ist die
Kurtisane (ein höflicheres Wort für Prostitiuerte) Giulietta verfallen. Dafür
verlangt er von ihr, dass sie ihren Freiern das Spiegelbild klaut (ein höflicheres
Wort für deren Seelen) und ihm übergibt. Und ja, der teufel Dapertutto fährt
reiche Beute ein. Nun will er aber Hoffmanns selle/spiegelbild.
Zum Lohn verspricht Dapertutto der Kurtisane einen unglaublich großen Diamanten. Der haken an der

Sache: Hoffmann interessiert sich nicht sonderlich für Giuliettas Reize. Er sitzt lieber am

Spieltisch und zockt mit den Gehilfen der Prostituierten – Schlemil und Pitichinaccio.


Zunächst verliert Hoffmann beim Spiel mit den Aushilfs-Schurken,

doch angefeuert von der Kurtisane findet er seine Glückssträhne.

Schlemil reagiert eifersüchtig auf Giuliettas plötzliche Interesse an Hoffmann,

der mittlerweile auch Gefallen an der schönen Frau findet. Pitichinaccio

dagegen versucht, Niklaus aus dem Weg zu räumen, indem er ihm Gift in den Wein mischt.

Doch Niklaus trinkt nicht.


Nun wird es völlig kompliziert:
Der Komponist Jacques Offenbach war gewohnt, seine Werke erst nach (!) der
Uraufführung endgültig festzuzurren. Da er aber vor der ersten Aufführung seines Hoffmans verstarb,
blieb von seiner Oper erstmal nur ein Torso erhalten.

Was das Ganze noch verzwickter macht: Offenbach plante sein Werk ursprünglich für
das „Théâtre de la Gaité“ mit durchkomponierten Dialogen. Als dieses Theater aber bankrott ging,
mußte Offenbach umdenken: Er vergab die Aufführungsrecht an die Opéra-Comique.
Und die forderte – der Gattung entsprechend –  Prosadialoge. Also mußte der Komponist
nochmal ran und das ganze Werk überarbeiten. Über diesem Umbau verstarb er aber...
Bis in die 1990‘er Jahre wurde die Oper als Torso gespielt, erst 1993 tauchten unter mysteriösen Umständen
mehrere hundert fehlende Seiten des Originalmanuskripts auf. Aber zurück zur Handlung, wie sie (meistens)
auf der Bühne gespielt wird:


Als sich Giulietta nun also in amouröser Eindeutigkeit Hoffmann zuwendet,

rastet Schlemil aus. Er geht mit einem Messer auf Hoffmann los. Da der Dichter aber unbewaffnet

ist, leiht ihm Dapertutto für das Duell seinen Degen. Und, nun ja, mit dem Degen des Teufels

kann man nunmal nicht verlieren! Der alternde Dichter versetzt dem Angreifer einen tödlichen Hieb.

Giullietta zieht ihn mit sich fort, um ihn „vor weiterem Unheil“ zu bewahren und schafft es,

dem liebestollen Mann sein Spiegelbild zu klauen... oder schenkt Hoffmann ihr seine Seele aus Liebe??

Dapertutto taumelt im Siegesrausch.

Giulietta erhält den versprochenen Diamanten – und um ihren Triumph zu feiern,

greift sie zu einem Glas um sich selber zuzuprosten. Man ahnt es: Es ist der vergiftete Kelch,

sie trinkt und sinkt leblos zu Boden... Niklaus nutzt die allgemeine Verwirrung, um

Hoffmann von dem Spiegel-Zauber zu erlösen und flieht ein weiteres Mal mit ihm.



Alternativ: Der 1993 aufgetauchte, neue Schluß verläuft anders.

Giullietta kassiert Hoffmanns Spiegelbild. Als der verliebte Dichter nun im Gegenzug
Liebe von der Kurtisane einfordert, verhöhnt ihn Giulietta.
Der enttäuschte Hoffmann greift ein weiteres Mal zur Waffe und ersticht, blind vor Wut,

ihren missgestalteten Diener Pitichinaccio – und wir erfahren plötzlich, der kleine Gnom
war die einzige Person, die Giulietta jemals wirklich geliebt hat. Die Kurtisane bricht zusammen.
In dieser Fassung wurde die Oper am 24. Januar 1999 in Hamburg uraufgeführt.



5. Akt +++ zurück zur Rahmenhandlung +++


wir befinden uns wieder in der Kneipe Lutter & Wegner, die Studenten, die hier mit

Hoffmann trinken und ihm den Abend über zugehört haben, singen ein trauriges Lied...


Entr’acte und Studentenlied stammen wohl noch von Jacques Offenbach selber, zumindest

die Skizzen hierfür, da er ja wie bereits gesagt beim Komponieren der Oper verstarb.

Der Rest des Aktes wurde im Nachhinein von anderen Komponisten ergänzt, unter anderem

von Ernest Guiraud im Auftrag der Pariser Opéra-Comique.

Der schwer betrunkene Hoffmann hängt am Tisch, kaum noch Herr seiner Sinne,

geschweige denn siener Zunge. Da erscheint Stella, die geliebte Opernsängerin

(der „Don Giovanni“ nebenan ist demnach bereits zu Ende gegangen),  um Hoffmann

zu sehen. Er ist aber im Suff nicht mehr in der Lage, auf sie einzugehen oder

adäquat zu reagieren (Welcher Mann kennt dieses Problem nicht!). Sie fühlt sich

zurückgewiesen und verlässt die Kneipe mit Lindorf. Niklausse, die Muse,

ruft triumphierend aus „Er gehört mir!“, denn nun weiß sie, wenn Stella endgültig

aus Hoffmanns Leben verschwindet, wird er sich wieder dem Schreiben seiner

fantastischen Geschichten widmen. Und ist das nicht das einzige Begehren, der ewige Auftrag, einer Muse!




Anmerkung:

Durch Offenbachs Tod blieb die Oper wie gesagt unvollkommen.
Und aus mehreren Anläufen, Sie weiter zu komponieren, kursieren heute

viele verschiedene Fassungen, unterstützt durch die bewegte
Aufführungsgeschichte: Die Oper war den meisten Dirigenten und Spielleitern
schlichtweg zu lang. Deswegen wurde gerne der Giulietta-Akt gestrichen.
Weil dadurch aber die beliebte Barcarole wegfallen würde, wurde diese einfach
in den Antonia-Akt integriert. Plötzlich spielte Antonias Drama nicht mehr
in München, sondern in Venedig. Und selbst WENN Giulietta zum Einsatz kommt,
gibt es bis heute verschiedene literarische Fassungen. Mal ersticht
Hoffmann die Kurtisane, mal trinkt sie selber aus dem eigentlich für Niklaus

bestimmten Becher mit Gift darin. Es ist verwirrend.


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Lesen Sie hier (Einfach auf den Link klicken):

DIE MÜNCHNER INSZENIERUNG



Tipps der „OPERA BAVARIAE“-Redaktion:


Die beste Einspielung:
Sylvain Cambreling & Chor + Orchester des Théâtre de La Monnaie;

mit Neil Shicoff (dem größten Hoffmann-Interpreten unserer Zeit),
Ann Murray, Jessye Norman, Luciana Serra, Rosalind Plowright,
Robert Tear und José van Dam


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Placido Domingo, Luciana Serra, Agnes Baltsa,

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